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How to start agile?

Agile Auditing ist ein großes und herausforderndes Thema mit weitreichendem Einfluss auf das tägliche Arbeitsleben. Immer mehr Revisoren möchten die neue agile Arbeitsweise für sich nutzen. Es müssen allerdings nicht alle Schritte zur agilen Revision auf einmal gemacht werden. Ein agiles Mindset kann nämlich nur schwer mit einem „Big Bang“ erschaffen werden. Es kann daher durchaus Sinn machen, sich dem Thema Schritt für Schritt zu nähern. Wir zeigen euch in diesem Blog, wie jeder in der Revision, der noch nicht angefangen hat agil zu arbeiten, im Kleinen damit anfangen kann.


1. Grundvoraussetzung für Agilität ist Interesse und Motivation etwas Neues auszuprobieren. Bereits mit den ersten Kollegen und Kolleginnen, die Interesse und Motivation am agilen Prüfen zeigen, kann die Reise in Richtung einer agilen Revision beginnen. Erfahrungsgemäß wird es stets Kollegen und Kolleginnen geben, die Widerstand gegen jegliche Art von Veränderung leisten. Von diesen solltet ihr euch jedoch nicht entmutigen lassen, denn Agilität ist aus unserer Sicht nicht mehr nur „nice to have“, sondern ein wesentlicher Baustein für die interne Revision in einer zunehmend dynamischen Welt. Durch die ersten (in der Regel zumeist positiven) Erfahrungen, Erfolge und Lessons Learned der motivierten und interessierten Kollegen mit agilen Prüfungen werden schließlich auch die übrigen Revisoren und Führungskräfte die Vorzüge agiler Audits erkennen und sich der Reise in Richtung einer agilen Revision anschließen. Wenn Ihr von Anfang an eure Ideen und Aktivitäten offen und transparent kommuniziert, könnt Ihr eure KollegInnen mit auf die Reise nehmen und so Akzeptanz schaffen.


2. Es kann direkt losgelegt werden. Wenn sich die ersten freiwilligen (!) Prüfer sowie ein Sponsor gefunden haben, kann auch schon mit der Vorbereitung für die ersten agilen Pilotprüfungen gestartet werden. Für die Piloten eignen sich im Idealfall Prüfungen, die zunächst keinem „fixen“ Scope, der sich kaum bewegen lässt, unterliegen (z.B. keine stark regulierten Themen).


3. Die Entwicklung eines gemeinsamen Grundverständnisses ist essenziell für den Erfolg der Pilotprüfungen. Um ein Basiswissen über die agilen Werte, Prinzipien und Rahmenwerke zu schaffen, eignen sich Schulungen (viele Unterlagen sind z.B. im Internet frei verfügbar) oder Workshops als Startschuss in die Pilotprüfungen. Dabei kann es sinnvoll sein, Agile Coaches hinzuzuziehen. Auch empfiehlt sich der Austausch mit erfahrenen agilen Kollegen zum Beispiel aus der IT-Abteilung. Womöglich habt ihr sogar bereits ausgebildete Scrum Master im Unternehmen, auf die ihr zugehen könnt. Man kann viel von den Erfahrungen anderer lernen und muss „das Rad nicht neu erfinden“!


4. Eines der wichtigsten Prinzipien für den nachhaltigen Erfolg ist das Prinzip „inspect and adapt“. Bei den ersten agilen Pilotprüfungen wird vermutlich nicht alles glatt laufen. Das soll euch aber nicht entmutigen, denn agil bedeutet auch Reflexion und aus Fehlern lernen, um sich und den Prozess stets zu verbessern. Daher sollten Feedbackschleifen eingebaut und Verbesserungsvorschläge konsequent umgesetzt werden. Diese Retrospektiven können prüfungsübergreifend oder sogar bereichsübergreifend stattfinden. Somit kann jeder von jedem lernen und das Arbeitsmodell kann kontinuierlich angepasst und verbessert werden. Besonders in der Phase des Ausprobierens und Adaptierens kann auch die Gründung einer Community hilfreich sein. Auch wenn (wie im vorigen Abschnitt beschrieben) Vieles übernommen werden kann, gibt es auch Einiges, was ihr für euch und euer Unternehmen/ eurer Abteilung anpassen solltet.